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Einrichtungsideen

Schwebendes, Unsichtbares Bücherregal selber bauen – Tipps

Neulich brauchte ich ein witziges Geschenk für eine Freundin, eine absolute Leseratte. Natürlich hat Sie auch ein tolles Buch von mir bekommen, den neuesten Krimi von Jussi Adler-Olsen, den sie sehr gerne liest. Aber ich wollte noch etwas Außergewöhnliches dazu, so war ich begeistert, als mir die Notizen zum “unsichtbaren Bücherregal” wieder in die Hand fielen, die mir eine Freundin vor Jahren von einer Reise mitgebracht hatte. Das war wirklich etwas ganz Außergewöhnliches, und dazu noch genau das richtige Geschenk für einen Menschen mit vielen Büchern!

Foto: © Klaus-Peter Wolf / pixelio.de

So baut Ihr ein “unsichtbares” Bücherregal
Es gibt mehrere Möglichkeiten, ein unsichtbares Bücherregal selber zu bauen. Für das ganz echte schwebende Bücherregal braucht Ihr zunächst ein dickes Buch, das Ihr eben eigentlich nicht mehr braucht, also nicht mehr lesen wollt.

Dieses Buch legt Ihr gerade vor Euch auf einen Tisch, um Euch die ganze Sache einmal vorzustellen. An der rechten Seite, wo die Seiten enden, soll jetzt ein Winkel befestigt werden, von dem ein Schenkel mittig aus dem Buch schaut. Mit diesem Teil wird das Buch dann an der Wand befestigt. Der andere Teil des Winkels muss unsichtbar im Buch verschwinden. Dazu macht Ihr jetzt Folgendes:

  1. Ihr dreht Euer Buch auf den Kopf, sodass der untere Buchrücken oben liegt, mit den Seiten an der Tischkante. Nun messt Ihr die Länge (Höhe) des Buches aus und macht in der Mitte, von der rechten Seite des Einbands aus, einen Strich bis zur Mitte des Buches (nach links rüber, wenn Ihr den Strich ganz durchziehen würdet, hättet Ihr den hinteren Einband in eine obere und eine untere Hälfte geteilt).
  2. Jetzt legt Ihr den Winkel genau auf diese Linie, sodass er über die Tischkante hinausragt, und macht dort, wo er gegen den unteren Einband (den Buchrücken mit dem Titel) stößt, links und rechts vom Winkel kleine Markierungen.
  3. An diesen Markierungen müsst Ihr den Einband jetzt ein oder zwei Millimeter tief einschneiden, genauso viel, wie das Material des Winkels stark ist. Denn der Winkel wird später so eingepasst, dass er genau in einer Linie mit dem Einband endet. Wenn Ihr den Winkel dann an die Wand schraubt, sitzt der Einband plan an der Wand.
  4. Vom linken Einschnitt bis zum rechten Einschnitt müssen also ein bis zwei Millimeter Titeleinband verschwinden, bis der Winkel genau in diese Lücke passt. Das Einbandmaterial könnt Ihr mit einem Cutter wegschneiden, eventuell unter Vorarbeit mit einer Kneifzange … diese winzige Lücke zu schaffen, wird nicht ganz einfach, der Buchrücken ist sehr hart.
  5. Dreht Euer Buch nun wieder zurück, sodass es mit der Titelseite nach oben vor Euch liegt, und schiebt den Winkel zwischen letzte Seite und Buchrücken, der eine Schenkel zeigt senkrecht in die Luft, der Winkel kann so in die kleine Lücke im vorderen Einband geschoben werden, dass Ihr mit dem Finger durchgängig an der Einbandkante entlangfahren könnt.

Den Befestigungswinkel anbringen
So muss der Winkel jetzt befestigt werden:

    In die letzten 25 bis 50 Seiten muss dafür ein Ausschnitt in Größe des einen Winkelschenkels geschnitten werden. Vielleicht fahrt Ihr das Buch zur linken Tischkante und klappt es nach links um, sodass die Seiten an der linken Tischkante liegen, der sichtbare Winkelschenkel zeigt nach unten. Jetzt könnt Ihr den Buchrücken vorsichtig anheben, wobei Ihr den Winkel auf den Buchseiten liegen lasst.

  1. Hier könnt Ihr den Winkel nun mit einem Bleistift umrahmen und anschließend wegnehmen. Der angezeichnete Teil wird nun in Dicke des Winkels entfernt, dieser Teil der Seiten muss also bis in eine Tiefe von ein bis zwei Millimetern ausgeschnitten werden. Das ist recht mühsam – ich habe mir das Ende des Einschnitts noch einmal ganz deutlich quer angezeichnet, und habe dann mit Anlageschiene und Cutter die Seiten an den beiden Markierungen eingeschnitten.
  2. Ich habe versucht, die Spitze des Cutters gleich in Dicke des Winkels rausgucken zu lassen. Dann habe ich erst 15, und dann 5, und dann jeweils 2 Stückchen der Seiten entfernt, zum Schluss habe ich immer wieder den Winkel eingelegt, bis ich das Buch schließen konnte und der Winkel richtig gut reinpasste.
  3. Dann könnt Ihr das Buch wieder öffnen, der Winkel wird nun mit Klebstoff in seiner Kuhle in den Seiten festgeklebt und anschließend auch noch mit Schrauben durch die Seiten festgeschraubt. Ihr braucht dazu Schrauben, die ein wenig kürzer als die Seiten dick sind, sonst kämen sie ja an der anderen Seite wieder raus. Außerdem müssen die Schrauben mit den Köpfen genau in den Löchern des Winkels verschwinden, sonst könntet Ihr den unteren Buchrücken schlecht festkleben oder es würde ein Spalt bleiben.
  4. Das ist die letzte Arbeit: Ihr klebt den Buchrücken am Teil links (Winkel und Seitenstapel) richtig gut fest, ein paar Zwingen helfen. Wenn alles getrocknet ist, könnt Ihr das Ganze umdrehen. Jetzt ragt ein Schenkel des Winkels aus dem Buch. Mit dem könnt Ihr Euer schwebendes Bücherregal nun an der Wand festschrauben, bitte gerade, also mit Wasserwaage arbeiten. Dann können auf dieser Auflage quer liegende Bücher gestapelt werden, und jeder Besucher wird sich wundern, warum Eure Bücher an der Wand schweben.

Andere Bauweisen
Vermutlich strapazierfähiger und um einiges leichter herzustellen ist die nächste Variante, bei der das Buch komplett ausgehöhlt wird. Dann wird der Buchrücken um ein Brett gelegt, das bereits vorher mit verdeckten Schrauben an der Wand befestigt wurde, und festgeklebt. Hier müsst Ihr nur genau das Brett ausmessen, dass das Buchinnere darstellt.

Es geht noch einfacher, für alle, die sich an Kleinigkeiten nicht stören: Winkel oben auf den Titel legen, sodass er genau mit der Einbandkante abschließt, mit Zwingen gut befestigen und Schraublöcher anzeichnen. Winkel wegnehmen und an den markierten Stellen Löcher durch das Buch bohren. Winkel wieder positionieren und mit einer Flachkopfschraube und einer Flachmutter auf der anderen Seite befestigen. Ganz fest anziehen und überstehende Schraubenlänge mit einer Eisensäge absägen. Man sieht zwar nun von unten die Köpfe der Flachkopfschrauben, hat aber auch einige Stunden Arbeit gespart.

Bücherregal mit kleinem Halter
Das einfachste Modell des schwebenden Bücherregals arbeitet mit einem speziellen Bücherhalter, den Ihr kaufen könnt. Der Halter aus pulverbeschichtetem Stahl wird einfach an die Wand geschraubt, das unterste Buch wird mit dem Rücken nach vorne auf den Halter geschoben, der Buchrücken wird unten von 2 Häkchen am Aufklappen gehindert. Dann können weitere Bücher quer auf das erste Buch gestapelt werden. Der Metallhalter für das unsichtbare Bücherregal heißt Conceal und wird für 12,- bis 15,- Euro bei Amazon (www.amazon.de) verkauft.

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