// Du liest ...

Renovierungsideen

Türrahmen streichen – Anleitung mit 9 Tipps für Selbermacher

Meine Freundin will Türrahmen renovieren, viele Türrahmen. Sie sucht also einen Weg, wie das schnell geht und trotzdem sehr gut aussieht. Wie immer darf ich recherchieren – die Hilfe in vielen Renovierungsfragen hat sie sich ausdrücklich von mir zu Weihnachten gewünscht. Hier ist der Arbeitszettel zum Renovieren, den ich ihr erstellt habe:

Welche Lasuren und Lacke?
1. Türrahmen im Neubau streichen ist nicht das Problem, wenn es sich um Holz oder Echtholzfurnier handelt. Beim Farbe auswählen nur darauf achten, dass sie am besten keine lösemittelhaltigen Lacke enthalten, die noch lange Zeit nach dem Anstrich Lösemittel ausdünsten. Sowohl Lasuren als auch deckende Lacke werden umweltfreundlich auf Wasserbasis angeboten!

2. Mit dem Anstrich bestimmt Ihr die Struktur des Holzes nach dem Anstrich. Ein deckender Anstrich macht die Oberfläche einheitlich glatt und auf Wunsch bunt. Wenn die Maserung des Holzes bewahrt oder sogar betont werden soll, kommt eine Lasur zum Zuge.

3. Schwieriger kann es bei Türen mit Continuous Pressing Laminates, sprich: CPL-Beschichtung, werden. CPL ist kratzfest und stoßfest, lichtecht, wischfest und hitzebeständig. Es handelt sich um einen Schichtstoff auf Melaninharzbasis, der in Weiß oder Holzdekor angeboten wird. Eine häufige Wahl, aber schwierig zu streichen.

Auf jeden Fall mit Geruch und gesundheitsschädlichen Stoffen verbunden! Die Farbe gibt es meist nicht im Baumarkt, sondern nur im Farbenfachgeschäft, sie ist auch nicht ganz billig. Hier müsst Ihr mit Anlauger, Haftgrund und Möbelfarbe arbeiten, die richtige Zusammenstellung wird Euch im Fachhandel empfohlen.

Welche Vorarbeiten können notwendig sein?

  1. Bei bereits lackierten Türrahmen müsst Ihr auf jeden Fall prüfen, ob die alte Lackschicht einfach überlackiert werden kann oder ob der alte Lack vorher eine gründliche Behandlung braucht. Wenn Ihr Glück habt, wurden noch nicht viele Farbschichten aufgetragen und das Ganze hat eine relativ glatte Oberfläche. Dann könnt ihr sofort den Anstrich vorbereiten, siehe Nr. 6.
  2. Wenn Ihr nicht wisst, wie viele Schichten sich schon auf dem Türrahmen befinden, kommt es darauf an, welchen Eindruck die Oberfläche macht. Wenn sie aussieht, wie unter 4. beschrieben, erfolgt die normale Vorbereitung. Oder gibt es abgeplatzte Lackteilchen? Platzt der Lack schon ab, wenn Ihr mit dem Fingernagel daruntergeht? Oder ist die Oberfläche zwar fest, aber so hügelig, dass der letztmalig Renovierende sich offensichtlich nicht die Mühe gemacht hat, den Anstrich vernünftig vorzubereiten? – Dann steht Euch jetzt eine schwierige Entscheidung bevor: Der alte Lack muss eigentlich bis auf das Holz runter. Das geht mit Schleifen (möglichst maschinell, sonst werdet Ihr sehr lange zu tun haben), mit Abbeizer, mit einem Brenngerät, mit einer Abziehklinge oder mit einem elektrischen Schaber (z. B. als Aufsatz auf einem Multimaster der Firma Fein, www.fein.de).
  3. Wenn die Oberfläche glatt und fest ist, kann das Streichen vorbereitet werden. Zuerst wird mit leichter Seifenlösung gründlich gereinigt. Dann dürft Ihr schleifen, am besten immer in einer Richtung, dann wird es glatter. Dazu legt Ihr Schleifpapier (bei altem Lack erst Körnung 100, bei unbehandeltem Holz bzw. für die zweite Tour Körnung 180 bis 240) um einen Holzklotz und rundet erst einmal alle scharfen Kanten ab, damit die keine Unregelmäßigkeiten einschleifen. Nach dem Schleifen müsst Ihr den Schleifstaub gründlich entfernen, nochmals mit Seifenwasser drübergehen und Altanstriche wahrscheinlich nochmals schleifen. Kleine Unebenheiten und Risse, die keine Komplettentfernung des Lackes rechtfertigen, werden mit elastischer und schnell trocknender Spachtelmasse geebnet. Nach dem Trocknen (ca. 6 Stunden) wird noch einmal geschliffen.
  4. Dann wird der Vorlack aufgetragen und mit Schaumstoffwalze oder Pinsel gleichmäßig verteilt. Ihr könnt speziellen Vorlack kaufen oder den Endlack verdünnen. Wenn das Ergebnis sehr glatt werden soll, verdünnt Ihr recht stark und streicht zweimal. Die Schichten dürfen dann jeweils 24 Stunden trocknen, werden anschließend wieder geschliffen und mit einem Tuch entstaubt. Türen mit furnierter Oberfläche sollten mit Haftgrund vorbehandelt werden, dann verbinden sich die folgenden Schichten besser mit dem Furnier.

Türrahmen streichen – oder bleichen?

  1. Die endgültige Lackschicht wird mit einer Schaumstoffwalze auftragen. Erst der Länge nach auftragen, dann diagonal verteilen, dann wieder der Länge nach nachrollen, dann wird es schön gleichmäßig. Die letzte Lackschicht sollte 48 Stunden trocknen.
  2. Dunkle Türrahmen aus Vollholz können eventuell auch gebleicht werden, wenn sie nur ein wenig heller werden sollen. Das geschieht mit problematischen Mitteln und ist auch nicht ganz unkompliziert.

Bettinas Türen sind alt und haben viele Lackschichten. Sie überlegt, ob Sie den Lack herunterholt, bei ihr könnte schönes altes Holz zum Vorschein kommen, hat aber noch ein wenig Angst vor dieser Arbeit.

Leider noch keine weiteren Beiträge zu diesem Thema

Eure Kommentare

1 Kommentar zu “Türrahmen streichen – Anleitung mit 9 Tipps für Selbermacher”

  1. Bei der Renovierung meiner Wohnung habe ich eine Sache leider nicht bedacht und nun klebt die Tapete am Türrahmen fest :( der Türrahmen ist mit weißem Lack bestrichen. wie bekomme ich diese am besten runter, ohne den Rest der Tepete zu schädigen?

    Geschrieben von Kirsten | 31/01/2012, 11:55

Post a comment