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Heimwerkertipps

Türbänder einstellen & einbauen nach Maß – So geht’s

Die Tür geht nicht mehr richtig zu. Oder quietscht, oder hängt nach unten und kratzt dort auf dem Boden herum. Ärgerlich, aber das Schöne daran ist immerhin, dass jeder die meisten dieser Malessen ohne die Hilfe eines Profis oder eines ambitionierten Heimwerkers alleine beheben kann!

Probleme mit Türbändern beheben
Wenn die Tür nicht in den Falz, sondern gegen den Falz schlägt, lässt sich das meist leicht beheben, indem Ihr die Tür einfach aushängt und dort wo sie anschlägt, das Türband (Scharnier) weiter reindreht:

  • Das Scharnier wird im Ganzen reingedreht, Ihr müsst im Uhrzeigersinn, also nach rechts drehen. Dann wird die Tür wieder eingehängt, und Ihr prüft, ob Ihr genügend gedreht habt. Je nachdem, wo die Tür zu weit außen sitzt, muss das obere oder das untere Türband mehr in den Rahmen gedreht werden.
    • Häufig schleifen Türen mit der unteren Kante oder Spitze auf dem Boden, bis sich ein deutlicher Halbkreis zeigt. Um das abzustellen, müsst Ihr die Tür ebenfalls aushängen, vielleicht lässt sich die Schräge richten, indem Ihr das obere Band wie gerade beschrieben weiter in den Rahmen dreht, ein bis zwei Umdrehungen im Uhrzeigersinn sind meist möglich. Wenn das noch nicht reicht, muss die gesamte Tür ein wenig höher gehängt werden, dazu nehmt Ihr Unterlegscheiben (Fitschenringe), die oben und unten auf die Bolzen gelegt werden, über die die Tür dann wieder eingehängt wird.
    • Wenn die Tür irgendwie schief hängt, also nicht gleichmäßig an der Dichtung anliegt, lässt sich das meist regeln, indem das obere Band entsprechend nachjustiert wird. Ihr braucht dazu in der Regel einen 4-mm-Inbusschlüssel, mit dem sich die Schrauben im Rahmen neben dem Scharnier lösen lassen (manchmal unter einer Abdeckplatte verborgen, die erst mit einer Messerspitze entfernt werden muss). Ist die Schraube gelöst, könnt Ihr das Türblatt zur Zarge ziehen, bis es richtig sitzt, dann wird die Schraube wieder angezogen.

    Schwer schließende Türen einstellen
    Wenn die Tür schwer schließt, lässt sich das sehr häufig einfach mit ein wenig Öl regeln. Gut eignet sich z. B. ein Öl für Fahrradketten, das trocknet nicht sehr leicht ein. Ihr könnt aber auch mit Grafit oder mit flüssigem Kriechöl schmieren, was Ihr eben gerade im Haus habt. Nur von mitunter angepriesenen Hausmittelchen wie Butter, Rasierschaum oder Haarspray solltet Ihr lieber die Finger lassen – bringen wird es nicht viel, aber dafür vielleicht irgendwann um so gewaltiger stinken. Wenn Ihr das Öl aufsprüht, solltet Ihr ein Papiertuch unterlegen, so könnt Ihr überschüssiges Öl sofort abwischen.

    • Mit dem gleichen Mittel könnt Ihr auch Türbänder überreden, das Quietschen und Knarren beim Öffnen und Schließen endlich sein zu lassen. Dazu müsst Ihr die Tür wieder aus den Angeln heben, dann liegt der Gewindedorn des Türbandes frei. Er wird erst gesäubert und dann eingeölt, nach dem Einhängen ist die Tür dann meist nicht mehr so mitteilsam.
    • Welche Probleme Eure Tür auch immer hat, Ihr solltet Euch rechtzeitig darum kümmern, sonst werden sich meist unangenehme Verschleißerscheinungen zeigen. Eine schleifende Türkante kann z. B. tiefe Kratzer im Parkett verursachen, die auch mit einem Reparaturset für Parkett nicht ganz einfach zu beseitigen sind. Gleichzeitig hat das Schloss jedes Mal, wenn Ihr die Tür geschlossen habt, den Türrahmen ein wenig mehr aufkratzt, und so weiter.

    Eine Tür richtig ausrichten
    Eine Tür lässt sich am besten mit der Hilfe einer zweiten Person ausrichten, weil Ihr in den wenigsten Fällen nur eine Umdrehung an einer bestimmten Stelle machen müsst.

    • In der Regel heißt es: Tür aushängen, etwas drehen, Tür einhängen, einige Male schließen und öffnen und dann das Ganze noch einmal von vorne, viele Male hintereinander. Es ist schon eine enorme Hilfe, wenn sich eine Person um das Türblatt kümmert und die andere im Gedächtnis behält, wo jetzt noch ein wenig in welche Richtung geschraubt werden könnte.
    • Damit Ihr genau diese Feinarbeit bei einer neuen Tür nur alle paar Jahre vor Euch habt, solltet Ihr beim Einbau einer Tür so genau wie möglich arbeiten. Das bedeutet, dass die Tür beim Einbau gut vermessen und sauber eingestellt werden sollte. Bereits die Zarge (der Teil, der die Maueröffnung umrahmt) muss perfekt sitzen: Mit gleichen Abständen zur Mauer oben, an den mittleren Seiten und unten, sie muss in jede Richtung senkrecht stehen und überall exakt rechte Winkel aufweisen.

    Damit das auch wirklich gelingt, wird die Zarge mit allen möglichen Hilfsmitteln (Spreizhölzer, Zwingen, Keile) in der richtigen Lage fixiert, bevor sie befestigt wird und die Lage durch Einschäumen fixiert wird. Bitte vergesst auch nicht, die benötigte Bodenfreiheit öfter nachzumessen! Es wäre nicht das erste Mal, dass der Teppich leider nicht mehr unter die gerade eingebaute Zimmertür passt.

    Türbänder erstmals (neu) ausrichten
    Die Türbänder müssen ebenfalls in einer exakten Linie senkrecht übereinander eingefügt werden. Wenn sie derart fest eingedreht sind, dass sie die Tür sicher halten können, wird die Tür das erste Mal eingehängt. Dann könnt Ihr versuchen, die Tür zu schließen, und dann ist das Einstellen angesagt. Was wohin gedreht werden muss, sagt Euch in diesem Stadium auf jeden Fall die Packungsanleitung, die Ihr gut aufheben solltet, damit Ihr beim Nachjustieren nicht auf Versuch und Irrtum angewiesen seid.

    Das Einstellen ist eine reine Geduldsarbeit und dauert so lange, bis die Tür leichtgängig zufällt, ohne zu quietschen, anzuschlagen oder sonst welche Zicken zu machen. Bei Ermittlung der perfekten Einstellung hilft der Papiertest – wenn ein Papier gerade hält, wenn die Tür zugemacht wird, ist sie richtig eingestellt!

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