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Bautipps

Durchreiche / Küchendurchreiche selber bauen – 6 Tipps

Ein Kollege von mir ist neulich in eine kleine Eigentumswohnung in der Innenstadt gezogen. Cafés, Bars und andere Lokale liegen in Reichweite. Oft in der Küche stehen wird er nicht. Deshalb hat er sich mit einer kleinen Kochnische zufrieden gegeben. Das Problem: Sie hat kein Fenster und verfügt nur über einen Lüfter. Der Rest der Wohnung ist hell und freundlich.

Als Erstes hat er also die Tür zur Küche herausgenommen, um einen offenen Durchgang mit natürlichem Lichteinfall zu schaffen. Die zweite Maßnahme haben wir vor Ostern umgesetzt: Den Einbau einer Durchreiche.

Lohnt der Aufwand?
Die Vorteile eines solchen Innenraumfensters liegen darin,

  • … dass es eine zusätzliche Lichtquelle schafft
  • und den sonst „abgeschlossenen“ Raum größer erscheinen lässt.
  • Durch die Wandöffnung können Dinge schneller zwischen Küche und Esstisch hin- und her geräumt werden.
  • Außerdem ist es angenehm, Gespräche mit Gästen zu führen, während man in der Küche steht und sie dabei im Wohn- und Essbereich verweilen können.
  • Wer diese Vorteile nicht schätzt, wird wahrscheinlich den einzigen Nachteil von Durchreichen höher gewichten: Sie benötigen Platz und das meist an Stellwänden, die für Schränke oder andere Möbel gedacht sind.

    Der Einbau einer Durchreiche
    Der bauliche Aufwand wird überschätzt. Im Grunde handelt es sich ja nur um einen Wanddurchbruch, der anschließend entweder in eine ständige oder vorübergehend verschließbare Öffnung umgestaltet wird.

    1. Die erste Voraussetzung für einen Wanddurchbruch ist immer, dass die Statik der Wand nicht gefährdet wird. Bei tragenden Wänden ist es unbedingt notwendig, sich fachlichen Rat einzuholen. Oder man lässt die Arbeit gleich von Fachmännern erledigen.
    2. Des Weiteren ist zu prüfen, ob in dem Wandstück Leitungen verlaufen, die beim Durchbruch beschädigt werden könnten.

    Bei meinem Kollegen handelte es sich um eine nichttragende Wand aus 12 cm breiten Gasbetonsteinen, in der lediglich eine Stromleitung knapp oberhalb der Sockelleiste verläuft. Sie blieb bei dem Vorhaben völlig unberührt.

    1. Zur Vorbereitung gehört auch die Planung der richtigen Größe des Durchbruchs: Da mein Kollege zwei fertige Glasschiebeelemente (je 50 cm x 90 cm) einbauen will, richteten wir uns nach dieser Vorgabe und rechneten noch einige Zentimeter hinzu, damit der Durchbruch groß genug wird, um eine Verkleidung anzubringen.
    2. Nachdem wir die Umrisse der Durchreiche an der Küchenwand angezeichnet hatten, klopften wird entlang der Linien den dünnen Putz ab, um das Mauerwerk freizulegen. Um Möbel und Einrichtungsgegenstände vor dem Dreck zu schützen, haben wir sie mit Folie abgedeckt.
    3. Dann haben wir mit Hammer und Stemmeisen angefangen, rundherum eine Kerbe zu schlagen. Nun ließ sich der Bohrhammer ansetzen, mit dessen Hilfe die freigelegten Steine nach und nach herausgeschlagen werden konnten.
    4. Bei tragenden Wänden ist der Einbau eines Sturzes obligatorisch. Allerdings kann auch bei nichttragenden Wänden, z.B. mit Ziegelmauerwerk, der Einbau eines Überlagers hilfreich sein, um die Oberkante zu stabilisieren.

    Wie ging’s weiter?
    Wir haben den offenen Durchbruch rundherum mit Holz verkleidet, damit er wie ein Fenster aussieht. Dabei mussten wir darauf achten, dass Platz für die Glasschiebeelemente blieb. (Etwas Spielraum ergibt sich dadurch, dass man die Schiebenut entweder flacher oder tiefer aus der Verkleidung fräsen kann.) Zum Schluss hat mein Kollege die Wandöffnung eingeputzt und die Wände neu tapeziert.

    Durchreichen wirken in Zeiten von Wohn- und offenen Küchen zugegebenermaßen etwas altbacken. Aber was meint Ihr: Sind sie nicht als Kompromisslösung ideal? Oder erinnern sie Euch zu sehr an die Essensausgabe in Eurer Betriebskantine? – Ich freue mich auf Eure Kommentare!

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