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Vereinfachter Anbieterwechsel im Strom- und Gasbereich

Lange Laufzeiten von Verträgen sind alles andere als verbraucherfreundlich. Sind wir in Deutschland zum Beispiel im Bereich des Postpaid-Mobilfunkvertrags in der Regel noch dazu verpflichtet, einer Laufzeit von mindestens zwei vollen Jahren zuzustimmen, sind verbraucherfreundlichere Regelungen und Gesetze in anderen Ländern längst umgesetzt. So ist der zweijährige Mobilfunkvertragszwang ein deutsches Relikt aus vergangener Zeit. Dies untermauert auch die Entwicklung in anderen Branchen. Dort sind lange Vertragslaufzeiten und monatelange Kündigungsfristen längst gesetzlich reguliert und reglementiert.

Einfacher und schneller Wechsel
Jüngst beschloss die Bundesregierung immerhin, dass ein Wechsel des Stromanbieters nicht länger als drei Wochen dauern darf. Dieser Beschluss muss allerdings noch novelliert und vom Bundesrat abgesegnet werden. Die Regelung soll demnach am 1. April 2012 in Kraft treten. Diese verbraucherfreundliche Entwicklung im Umgang mit langen Mindestvertragslaufzeiten und unangemessenen Kündigungsfristen ist kein Zufall, sondern Teil eines Trends zu mehr Transparenz: Die oft wirre Vertragswelt für den Normalbürger soll verständlicher und fairer werden.

Dank der gesetzlichen Neuregelung können Strom- und Gaskunden künftig schneller, spätestens innerhalb von drei Wochen, ihren Versorger wechseln. Die Kündigungsfrist wurde in diesem Zusammenhang von vier auf zwei Wochen herunter reguliert. Bisherige Wechsel dauerten im Schnitt sechs bis acht Wochen. Grundlage dieser Regelung bildet die Reform des Energiewirtschaftsgesetzes, welche die Regierung im Rahmen des Atomausstiegs beschlossen hatte.

Grundversorgung gesichert
Laut Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ließen sich in den letzten Jahren allerdings tendenziell wenige Deutsche davon überzeugen, den Anbieter zu wechseln, obwohl im Energiemarkt häufige Preisschwankungen auftraten. Dafür mag es viele Beweggründe geben, allerdings war ein Stromvergleich selten einfacher zu bewerkstelligen. Kein Kunde muss befürchten, bei einem Wechsel von der Versorgung abgeschnitten zu werden. Die Anbieter sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Versorgung mit Strom oder Gas aufrechtzuerhalten.

Als Wechselwilliger hat man die Qual der Wahl. Stellenweise sind über 200 lokale Versorger in den Vergleichsportalen verfügbar, darunter auch immer mehr Ökostromanbieter, die eine grüne Alternative zu Atomstrom oder Strom aus fossilen Brennstoffen bieten. Bei Vertragsschluss solltet Ihr darauf achten, nur einer moderaten Mindestvertragslaufzeit zuzustimmen. Diese beträgt etwa 12 Monate. Längere Bindungen sind meist unvorteilhaft.

… und was meint Ihr?
Falls Ihr bereits Erfahrungen im Anbieterwechsel gemacht habt, würde ich mich über Kommentare freuen: Ging alles glatt über die Bühne oder gab es Probleme? – Zum Tarifvergleich bei Strom und Gas bietet heimwerkertipps.net seit dieser Woche auch eigene Service-Tools an. Klickt Euch einfach mal durch!

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Eure Kommentare

1 Kommentar zu “Vereinfachter Anbieterwechsel im Strom- und Gasbereich”

  1. Gesetzliche Regelungen zu Kündigungsfristen sind längst überflüssig. Gerade da sich einige Anbieter ja auch gern quer stellen, wenn es denn dann mal ans “eingemachte” geht…

    Geschrieben von Maximilian | 15/08/2012, 11:52

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