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Bautipps

Schneefanggitter montieren oder nachträglich anbringen – Tipps

Mit dem Oktober kommt nicht nur die Zeit der Wintervorbereitungen im Garten oder des Umstiegs auf Winterreifen. Auch das Haus sollte jetzt für die Schlechtwetterperiode gerüstet werden. Neben einem fachmännischen Check der Heizungsanlage und dem Überprüfen der Fensterdichtungen, sollte Eure Aufmerksamkeit vor allem dem Dach gelten: Sind die Dachrinnen und Abläufe noch ausreichend frei von Laub und Ästen? Und wie steht es um den Schneeschutz?

Schneefanggitter – oft notwendig, aber nicht immer vorgeschrieben
Nicht in allen Regionen Deutschlands sind Schneeschutzgitter auf Dächern vorgeschrieben. Wer sie trotzdem anbringen lässt, wird es nicht bereuen. Zwar verhindern die Gitter nicht, dass sich bei Unwettern und Verwehungen starke Schneemassen auf dem Dach ansammeln. Dafür greifen sie ein, wenn die Schneelasten abrutschen: Sie schützen das Grundstück und hausnahe Fußwege und Straßen vor einer Dachlawine. Diese kann nicht nur Passanten verletzen, sondern auch Pflanzen und Gegenstände im Garten schwer beschädigen.

Tipps für die richtige Wahl und Montage
Schneefanggitter können gleich beim Dach decken, aber auch jederzeit nachträglich montiert werden. Dabei solltet Ihr Folgendes beachten:

  • (1) Vorsicht: Die Montage erfordert handwerkliches Geschick und Schwindelfreiheit. Wer sich bei Arbeiten an Dachrinnen unsicher fühlt, sollte vom selbstständigen Anbringen eines Schneefanggitters lieber die Finger lassen.
  • (2) Allem voran steht die überlegte Wahl des Schneefangsystems: In letzter Zeit kommen immer mehr Varianten und Lösungen hinzu. Je nach Schneeaufkommen, Dachart und Geldbeutel kann der ein oder andere vielleicht eine „maßgeschneiderte“ Alternative zum klassischen Fanggitter für sich entdecken. Informiert Euch am besten bei einem Dachdecker.

Bekannt sind vor allem die Alu-Fangrohre von Flender-Flux, das Kupferraster-System von Rees, die korrosionsfesten Klammern von Nomo, die Kunststoffbügel von Kul oder die Metallbügel des Snowstop-Systems.

  • (3) Je nach System werden die Stützen der Schneefänger entweder am Dachsparren oder innerhalb der Dachlattung befestigt. Immer in Traufennähe. Bei größeren Dachflächen können ein oder mehrere Reihen von Gittern weiter oberhalb notwendig sein. Schneestopper werden unter die Dachziegel geschoben.
  • (4) Zur Berechnung der Linienlast, die durch Schnee auf dem Gitter lastet, gibt es eine Normformel nach DIN 1055-5. Je höher die Linienlast, umso mehr Stützen müssen angebracht werden.
  • (5) Wichtig für die Wahl eines Systems sind die verwendeten Materialien: Bei der Kombination von unterschiedlichen Metallen im Dachbereich (also Dachentwässerung, -abdeckung, -eindeckung) kann es zu Kontaktkorrosion kommen – auch durch abfließendes Wasser.

Besonders Kupfer kann hier Probleme bereiten. Mehr dazu in diesem Ratgebertext von Velux: http://www.velux.de/de-de/documents/pdf/info-dokumente/7000/7062.pdf

  • (6) Es ist natürlich genauso wichtig, zur Befestigung der Stützen korrosionsfeste Nägel bzw. geeignete Holzschrauben zu verwenden.
  • (7) Ist Euer Dach mit Falzziegeln oder -betondachsteinen eingedeckt, werden die Schneefängerstützen im „Tal“ der Ziegel- bzw. Steinwellen montiert. Dabei müsst Ihr die Rippen bzw. Falznasen des darüber liegenden Steines vorsichtig entfernen.
  • (8) Sitzen die Stützen fest an ihrem Platz, werden zum Schluss die Schneefanggitter eingehängt bzw. mit ihnen verschraubt.

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