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Bautipps

Gips anrühren – 9 Hinweise zur richtigen Mischung & Verarbeitung

Ich bastele gerade einige Gipsfiguren für ein Krippenspiel. Gestern habe ich bei zwei Kamelen die Endbearbeitung vorgenommen, mit dem Ergebnis, dass beide Stücke heute Morgen mehrere Risse hatte. Schade, eigentlich waren sie gut geworden! Beim zweiten Versuch habe ich mich an die goldenen Regeln für die Gipsverarbeitung gehalten, die ich hier weitergeben möchte, damit anderen solche Enttäuschungen erspart bleiben.

Die richtigen Voraussetzungen schaffen

  1. Wie im Handwerk üblich, sollten stets saubere Werkzeuge zum Einsatz kommen. Denn nur auf diese Weise kann auch ein “sauberes” Ergebnis erzielt werden. Das heißt, Becher und Rührspatel müssen frei von Gipsresten sein, da Reststoffe das Ergebnis beeinflussen können.
  2. Ich nehme für feinere Arbeiten nur noch destilliertes Wasser, wenn ich Gips nur zum Verschließen von Löchern anrühre, geht auch Leitungswasser. Das Wasser sollte Zimmertemperatur haben.
  3.  

    Gips richtig anrühren

  4. Das vom Hersteller vorgegebene Mischungsverhältnis sollte ernst genommen werden, es muss also eine Waage her. Gipspulver und Wasser werden für jeden einzelnen Mischvorgang genau abgemessen. Sie sollten die gleiche Temperatur haben.
  5. Anschließend wird das Gipspulver locker ins Wasser gestreut (nie umgekehrt!). Und auch nicht zu schnell, sonst kann Luft gebunden werden, dann kommt es zu sogenannten Gipsknollen. Jetzt wird der Gips 20 bis 30 Sekunden in Ruhe gelassen (der Fachmann nennt das Sumpfen). Dann wird gerührt, entweder manuell oder mit der Maschine.
  6. Gerührt wird mit 2 bis 3 Umdrehungen pro Sekunde, etwa 30 Sekunden lang (bei Handarbeit und langsam abbindenden Gipsarten länger).
  7.  

    Beim Gips verarbeiten keine Zeit verlieren

  8. Mit feinen Detailarbeiten sollte sofort nach dem Ende des Mischvorgangs begonnen werden. Denn schon jetzt setzt der Abbindeprozess ein – feine Details, zum Beispiel in einer Gießform, würden sehr schnell nicht mehr ausgefüllt werden.
  9. An Kleinigkeiten kann noch nachmodelliert werden. Eine Nachbearbeitung kann etwa bis zur Hälfte der Abbindezeit vorgenommen werden, dann glänzt die Gipsmasse noch matt. Hat sie sämtlichen Glanz verloren, ist keine Bearbeitung mehr möglich.
  10. Wenn das Mischungsverhältnis nicht mehr bekannt ist, kann eine Mischung von 1 zu 3 oder 1 zu 4 versucht werden, das sind die gängigen Mischungsverhältnisse.
  11. In einem solchen Fall sollte aber eine kleine Menge zur Probe angemischt werden; nachträgliches Beimischen von Gipspulver oder Wasser führt in der Regel zu keinem befriedigenden Ergebnis! Dann sollte besser eine neue Mischung mit veränderten Mengen angesetzt werden.

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